Checkliste Einführungsgespräch

ChecklisteViele Ausbildungsbeauftragte geben sich große Mühe mit dem Einführungespräch. Sie nehmen sich Zeit. Das ist gut. Sie erzählen ausführlich von ihrer Abteilung. Das ist nicht ganz so gut. Denn am ersten Tag in der neuen Abteilung sind Azubis häufig aufgeregt. Es beschäftigen sie andere Dinge als Organigramme und Arbeitsplatzbeschreibungen.

 

Ob die mich mögen werden? Ob ich das alles schaffe? Ist der/ die wirklich so streng, wie die Anderen gesagt haben? Und wo sind hier eigentlich die Toiletten?

 

Jede Abteilung eines Unternehmens hat ihre ganz eigene Kultur. Jeder Ausbildungsbeauftragte seine individuellen Erwartungen. Beides sollten Sie in aller Ruhe erklären. Andreas Buckert und Michael Kluge geben in Ihrem Buch „Der Ausbilder als Coach“, den Tipp, eine Checkliste anzulegen. Ich habe das in der Praxis ausprobiert und kann es nur weiterempfehlen. So geht in der ersten Aufregung nichts unter. Mein Beispiel finden Sie hier:  DasEinführungsgespräch

 

Führen Sie das Einführungsgespräch am 1. Tag in der 1. Stunde

 

„Huch! Was machst Du denn schon hier? Dich habe ich ja ganz vergessen. Setzt Dich doch schon mal dorthin und lese Verfahrensrichtlinie 1 – 18. Ich komme dann später auf Dich zu.“

Ein Horror-Start für den Azubi! Aber gar nicht so selten.

kleine UhrNiemals, wirklich niemals, sollten Sie in der ersten Stunde keine Zeit für den Azubi haben. Wenn Sie keine Zeit haben, bitten Sie den Azubi vor dem Einsatz darum, dass er am ersten Tag später zur Arbeit kommt. Wenn der ganze erste Tag angespannt ist, dann bitten Sie den Ausbilder, den Einsatz um einen Tag zu verschieben.

 

 

Erläutern Sie dem Azubi alle Erwartungen und Regeln. 

Um dem Azubi alle Erwartungen und Regeln zu erläutern, müssen Sie natürlich erst einmal welche haben. Oft sind unsere Erwartungen diffus oder wir denken: „das ist doch selbstverständlich.“

Ist es aber nicht. In der Arbeit mit Azubis ist gar nichts selbstverständlich. Darum halten Azubis Sie auch nicht für „streng“, wenn Sie feste Regeln vorgeben. Im Gegenteil: Sie sind froh über die Handlungssicherheit.

Wenn man beispielsweise unausgesprochen ein ganz normal höfliches Benehmen erwartet, kann man bitter enttäuscht werden.

Besser Sie sagen dem Azubi ganz konkret, was Sie darunter verstehen. Etwa: „Wir schauen hier morgens kurz in alle Büros und begrüßen einander.“

Damit weiß der Azubi ganz genau, was er machen soll. Sie ersparen ihm, unangenehm aufzufallen. Es ist ja möglich, dass man sich in der vorherigen Abteilung nicht auf diese Art begrüßt hat. Vielleicht saßen dort alle in ihrem stillen Kämmerlein und hätten es als Störung empfunden, wenn einer den Kopf zur Tür reinsteckt.

 

Das Einführungsgespräch erfolgt im Dialog

4Nicht nur Sie sollten Erwartungen haben sondern auch der Azubi.  Er sollte sich mit der Abteilung auseinandergesetzt haben. Er sollte schon vor dem Einsatz in etwa wissen, was bei Ihnen vor sich geht. Er sollte Ihnen sagen können, wofür er sich am meisten in Ihrem Bereich interessiert. Oder er ob er schon mit theoretischem Wissen aus der Berufsschule oder anderen Abteilungen bei Ihnen andocken kann.

Mit dieser Haltung erzieht man den Azubi zu Selbständigkeit. Er übernimmt Verantwortung für seine Ausbildung, anstatt sich von Ihnen bedienen zu lassen wie in der Schule. Wenn der Azubi ganz überrascht tut, dann zeigen Sie ihm, wie und wo er sich über Ihre Abteilung informieren kann. Sie können dann ja morgen noch einmal über seine speziellen Interessen in Ihrem Bereich sprechen.

Falls alle Azubis (oder zumindest mehrere hintereinander) völlig ohne Erwartungen in Ihre Abteilung kommen, geben Sie Ihrem hauptamtlichen Ausbilder einen Tipp. An dem Thema muss dann gearbeitet werden.

 

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