Das Seminarende

Der letzte Eindruck bleibt. Auch im Seminar. 60 besser 90 Minuten sollten Sie für diese Phase reservieren. Warum so lange? Weil das Seminarende maßgeblich den Seminarerfolg bestimmt.

Mit hastigen Abschlussrunden produziert man ab dem dritten Teilnehmer häufig Statements wie „ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen.“

Lässt man die Feedbackbögen in den letzten Minuten auf die Schnelle ausfüllen, erhält man wenig aussagekräftige Rückmeldungen.

Davon hat niemand etwas.

Vor allem aber bleiben die Teilnehmer mit ihren neuen Erkenntnissen in der Luft hängen. 

Während zu Beginn des Seminars der Focus darauf liegt, die Teilnehmer rasch miteinander bekannt zu machen und eine anregende Lernsituation zu kreieren, geht es nun um einen sanften Ausstieg und den Transfer ins „echte“ Leben.

Hier ein Fahrplan, wie das aussehen könnte:

Workshop1) Der Abschied vom Thema

Legen Sie Postkarten mit unterschiedlichen Motiven im Kreis aus. Stellen Sie die Erwartungsabfrage von Tag 1 für alle gut sichtbar dazu. Lassen Sie den Ablauf noch einmal vor dem geistigen Auge der Teilnehmer sichtbar werden. Nennen Sie die wichtigsten Übungen und Erkenntnisse. Fordern Sie die Teilnehmer auf, sich eine Karte heraus zu suchen, welche den persönlichen Eindruck des Seminars am besten widerspiegelt. Jeder zeigt seine Postkarte und erläutert, was ihn dazu bewogen hat, dieses Motiv auszuwählen. Jetzt können auch noch einmal eventuell offene Fragen gestellt werden.

Im Anschluss daran werden die Feedbackbögen ausgefüllt. Geben Sie dafür genügend Zeit. Niemand soll sich gedrängt fühlen. Sammeln Sie die Feedbackbögen an einem geschützten Ort. Am besten dort, wo Sie nicht sitzen. So muss kein Azubi befürchten, dass Sie seinen Bogen zuordnen können.

derheißestuhl2) Der Transfer in die Praxis

  • Welche Inhalte will ich umsetzen?
  • Wann will ich mich zukünftig anders verhalten?
  • Wie gehe ich das an?
  • Womit will ich gleich morgen loslegen?

Der Transfer ist das Wichtigste am Seminar. Bitten Sie die Teilnehmer, auf ihrer Postkarte zu notieren, welches Vorhaben sie als erstes in die Praxis umsetzen wollen. Danach wandern die Postkarten in Briefumschläge, die die Teilnehmer an sich selbst adressieren. Sammeln Sie die Briefe ein und kündigen Sie an, dass Sie sie in 4 – 6 Wochen zustellen werden. Quasi als Knoten im Taschentuch.

Fremdbild3) Der Abschied vom Seminarort

Der Seminarraum ist im Zuge der Veranstaltung mit Arbeitsergebnissen dekoriert worden, die einen Wert darstellen. Sie wurden von den Teilnehmern produziert und dokumentieren die entscheidenden Ergebnisse im Ablauf.

Der letzte Arbeitsgang heißt: Aufräumen! Und zwar mit den Azubis.

Bieten Sie an, dass man seine Ergebnisse auch mitnehmen kann, wenn man möchte. Wegwerfen sollten Sie allerdings nichts, so lange die Azubis noch im Raum sind. Sammeln Sie das Papier stattdessen ordentlich in der Kreismitte. Achten Sie auch darauf, dass Gläser und Tassen weggestellt werden. Hilfreich ist der Hinweis, dass man damit dem Reinigungspersonal Mühe spart.

roteBlutkörperchen4) Der Abschied von der Gruppe

Der letzte offizielle Akt: Das Verteilen der Zertifikate. Geben Sie jedem Teilnehmer noch einen persönlichen Satz mit auf den Weg. Loben Sie das Arbeitsverhalten, die Aufmerksamkeit, die Aufgeschlossenheit etc.

Nun ist es Zeit für Ihre Abschlussworte. Bitten Sie dafür alle aufzustehen. Heben Sie die tollen Seiten der Gruppe hervor.  Fordern Sie die Teilnehmer auf, die rechte Hand auf die rechte Schulter des linken Nachbarn zu legen und leicht darauf zu klopfen. Sagen Sie: „Und nun sprechen Sie mir nach: Du hast das hier sehr, sehr gut gemacht.“

Voilà: Das Seminar ist mit einem Lachen beendet.

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