Die Sache mit den Keksen

Ist Ihnen auch schon mal aufgefallen, dass in nahezu jedem Unternehmen die gleiche Keksmischung auf den Konferenztisch kommt? Wenn ja, dann haben Sie sicher auch bemerkt, dass bestimmte Sorten immer sofort verspeist werden, während andere Sorten grundsätzlich bis zum Schluss liegen bleiben. Offenbar schmeckt nur ein Teil der Kekse wirklich gut.  Es ist schon mysteriös, dass diese spezielle Keksmischung dennoch über Jahrzehnte gekauft wurde.

Früher boten Unternehmen öfter mal Obst statt Gebäck an, aber das hat sich leider nicht durchgesetzt. Stattdessen scheint ein neuer Megatrend in der Seminarverpflegung in Sicht: Kekse werden ersatzlos gestrichen.

Bereits mehrmals wurde mir folgende Geschichte erzählt:

Ein Unternehmen geriet in wirtschaftliche Schieflage. Auf der Liste einzusparender Kosten fand sich auch die Keksmischung, die bisher auf Meetings angeboten wurde. Dies sollte sich bitter rächen. Zunächst aber sah alles ganz gut aus. Die Kosten sanken und dann stellte auch noch ein arabisches Unternehmen einen Großauftrag in Aussicht. Eine Delegation reiste zwecks Vertragsverhandlungen an.  Als nun nicht einmal Kekse zum Kaffee angeboten wurden, zeigten sich die neuen Geschäftsfreunde schockiert. Derartigen Geiz und Ungastlichkeit hatten sie in ihren schlimmsten Alpträumen nicht für möglich gehalten. Der rettende Auftrag wurde nicht erteilt. 

Vermutlich handelt es sich bei der Geschichte um eine urbane Legende. Sicher sind die Kekse nur ein Symbol fürs Sparen am falschen Ende. Doch die Sache mit den Keksen ist auch ganz konkret zu sehen.

Fragen Sie mich nicht warum, aber Kekse spielen eine bedeutende Rolle bei Seminaren. Irgendeiner sagt garantiert in der Abschlussrunde: „Die Kekse waren lecker“ oder eben (und das immer häufiger) „schade, dass es keine Kekse mehr gibt.“

Ich plädiere nicht für mehr Kekse. Ich denke nur, die Verpflegung im Seminar ist durchaus ein paar Gedanken wert. Die Verpflegung ist ein Zeichen von Wertschätzung. Und sie hat Einfluss auf das körperliche Wohlbefinden. 

  • Bieten Sie statt Keksen lieber Früchte an. Sicher, das kostet 10,–. Wenn Ihr Unternehmen es partout nicht ausgeben mag, rate ich Ihnen, es aus eigener Tasche zu bezahlen. So manchem Teilnehmer knurrt nämlich der Magen im Seminar. Wenn er vom Hunger geplagt innerlich abschaltet, kostet das viel mehr als ein Obstteller.
  • Vielleicht können Sie einen Deal machen? Früchte statt teuerer und süßer Softdrinks. Statt Limonaden und Säften gibts Wasser. Das ist viel günstiger und ohnehin gesünder.
  • Bei externen Seminaren bitten Sie um leichte, gesunde Ernährung. So vermeiden Sie das Suppen-Koma nach zu schwerem Mittagessen. Tagen Sie intern, gilt für die Kantine das Gleiche.
  • Haben Sie eine Küche zur Verfügung, lassen Sie die Azubis doch einfach selbst kochen. Binden Sie das gemeinsame Kochen in den Seminarkontext ein. Ein wenig Input über gute Ernährung kann den meisten nicht schaden. Tipps für bezahlbare Gerichte sind Gold wert für die Azubis.
  • Suchen Sie noch nach einer passenden Abendgestaltung? Wie wäre es mit einem Koch-Duell oder dem perfekten Dinner? Diese Sendungen lassen sich hervorragend in die Seminarsituation übertragen. Ich beide Varianten schon mit Azubis durchgeführt. Der Spaß ist riesig, das Miteinander toll und das Essen meistens auch. Hier eine Anleitung: Kochen mit Azubis

 

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