Eisenhower-Prinzip

wohinEs ist total interessant, wie unterschiedlich Ausbilder in ihren Betrieben wahrgenommen werden. Manche gelten als ernstzunehmende Führungskräfte. Von anderen wird erwartet, dass das Thema Ausbildung „irgendwie nebenbei“ läuft.

Witzigerweise hängt das überhaupt nicht damit zusammen, wie viele Azubis betreut werden. Oft ist es mehr eine Frage der Unternehmenskultur. Und der Selbststeuerung. Wie ist da bei Ihnen? Sind Sie zufrieden mit Ihren Rahmenbedingungen, Budgets und Reputation?

Wenn nicht, sollten Sie Ihre Ausbilderfunktion mal auf den Prüfstand stellen. Dafür eignet sich gut die ABC-Analyse nach dem Eisenhower-Prinzip. Angeblich soll der 34. Präsident der Vereinigten Staaten seine täglichen Aufgaben danach geordnet haben, ob sie „wichtig“ oder „dringlich“ waren.

Eisenhower

Wichtige Aufgaben sind in ihrer Konsequenz bedeutend. Sie setzen ein bestimmtes Ziel voraus und dienen Ihrem persönlichen Erfolg.

Dringliche Aufgaben sind zeitlich gebunden. Sie fordern Ihren unmittelbaren Einsatz und können nicht verschoben werden.

Nach diesem Schema lassen sich Aufgaben unterteilen in

A-Aufgaben: Wichtig und dringend. Diese Aufgaben fordern die ganze Aufmerksamkeit des Ausbilders. Sie müssen von Ihnen selbst und sofort erledigt werden.

Beispiele:

Eine akute Krisensituation eines Azubis

Eine kurzfristige Präsentation der Ausbildung auf der Betriebsversammlung

Die Auswahl der Auszubildenden, wenn der August näherrückt

 

B-Aufgaben: (Noch) nicht dringend – aber wichtig. Noch hat man Spielraum, aber früher oder später werden diese Aufgaben zu A-Aufgaben.

Beispiele:

Schulungskonzept für Ausbildungsbeauftragte oder Azubis

Azubi-Marketing

Einführung eines neuen Beurteilungssystems

 

C-Aufgaben: Das typische Tagesgeschäft. Mit diesen Aufgaben können Sie nicht großartig „glänzen“. Sie müssen aber rasch erledigt werden. Meistens sind C-Aufgaben eher für die Zielerreichung anderer wichtig.

Beispiele:

Die Durchlaufpläne der Azubis

Datenpflege, Statistiken, Kostenaufstellungen

Teilnahme an Meetings, die Sie maximal am Rande interessieren

 

P-Aufgaben: Das P steht für Papierkorb. Denn diese Aufgaben müssten eigentlich gar nicht erledigt werden. Sie sind weder dringend noch wichtig. Sie dienen eher der Zerstreuung oder der Pseudo-Beschäftigung.

Beispiele:

Zeitungsartikel lesen, die nichts mit Ihrem Job zu tun haben

Mails archivieren, die Sie nie wieder brauchen werden

Listen führen, die zu nichts führen

Schubladen-Projekte erdenken

 

Je nachdem, welche Aufgaben überwiegen, lassen sich vier Ausbilder-Stile ableiten. Zu welchem gehören Sie?

 

ohneNetzAusbilder mit Hang zu A-Aufgaben:

Retter in der Not

Der Retter in der Not verbringt seine Zeit mit Krisenmanagment. Ständig auf dem Sprung kriegt er es gerade mal so eben hin, die wichtigsten und dringlichsten Aufgaben zu erledigen. Selbstverständlich ist er unabkömmlich. Und ständig unter Dampf. Aber Vorsicht: Das kann auch zu viel werden. Mittelfristig sollten Sie stärker geplant arbeiten; also mehr B-Aufgaben übernehmen. Auf diese Art nehmen die A-Aufgaben ganz von selber ab.

 

 

strengAusbilder mit Hang zu B-Aufgaben:

Die graue Eminenz

Die graue Eminenz hat alles im Griff. Sie konzentriert sich auf Aufgaben und Projekte, die von strategischer Wichtigkeit sind. C-Aufgaben werden möglichst delegiert. A-Aufgaben kommen nur selten vor, weil diese Ausbilder geplant vorgehen. Sie sind sichtbar im Unternehmen, obwohl sie sich nicht nach vorn drängeln. Es ist die Güte ihrer Arbeit, die ihre Außenwirkung bestimmt.

 

 

ZuhörerAusbilder mit Hang zu C-Aufgaben:

Der Verwalter

Emsig, emsig hauen diese Ausbilder in die Tasten, ohne dass es großartig Anerkennung fände. Sie sind den ganzen Tag beschäftigt – wissen am Abend aber nicht so richtig: Was habe ich heute eigentlich erreicht? Und genau so werden sie auch von anderen wahrgenommen: Als ein Arbeitstier, das „irgendwas mit Ausbildung macht.“ Häufig haben diese Ausbilder Schwierigkeiten zu delegieren. „Aber ich muss die Einsatzpläne selber schreiben“, denken sie. „Und ich muss alle Bewerbungen selber sichten.“ Dabei übersehen sie, dass diese Tätigkeiten z.B. ebenso gut von einem Azubi erledigt werden könnten. Das würde Platz für B-Aufgaben schaffen. Etwa eine entsprechende Software zu finden, einzukaufen und einzuführen.

Reifenbuddah

Ausbilder mit Hang zu P-Aufgaben:

Der Pseudo-Ausbilder

Es gibt sie noch, die Ausbilder, die eigentlich keiner braucht. Etwa weil die Ebene darunter alle Arbeit übernimmt oder die Azubis sich selbst steuern. Manchmal findet man hier ältere Mitarbeiter, die für die letzten Jahre bis zur Rente auf dieser Position geparkt werden. Sie sind weder ansprechbar für die Azubis noch für die Fachausbilder. Zwar sind sie mit „irgendetwas“ beschäftigt, aber damit dienen sie weder den eigenen Zielen noch den Zielen anderer. Das ist für alle Beteiligten frustrierend. Besonders für den Pseudo-Ausbilder. Für ihn ist es wichtig, eine aktive Entscheidung zu treffen, womit er zukünftig seine Zeit verbringen möchte. Denn eins ist ja klar: In der Ausbildung wird jede Frau und jeder Mann gebraucht. Es geht nämlich immer besser.

 

 

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