Kurze Einsätze optimal nutzen

Die Dauer der Einsätze ist eine Glaubensfrage. Manche Ausbilder möchten den Azubis möglichst viele Einsätze ermöglichen, was die Einsatzzeiten logischerweise verkürzt. Manchmal sind die Pläne so eng gestrickt, dass die Ausbildungsbeauftragten nicht wissen, wie sie alle wichtigen Inhalte vermitteln sollen. Wenn Sie vor dieser Herausforderung stehen, habe ich eine kleine Geschichte für Sie, die oft in Zeitmanagement-Seminare zum Besten gegeben wird.

Ein in Ehren ergrauter Professor wurde gebeten vor einer Gruppe Führungskräfte zum Thema Zeitmanagement zu sprechen. Als er vor der ambitionierten Runde steht, sagt er: „Zeit für ein Rätsel.“
Er stellt einen gläsernen Krug auf den Tisch und füllt ihn bedächtig mit faustgroßen Flusssteinen, bis keiner mehr hinein passt. „Ist der Krug jetzt voll?“, fragt er am Ende sein Plenum. 
„Ja“, rufen die Führungskräfte. 
Da bückt sich der Professor und holt unter dem Tisch eine Tüte mit Kieselsteinen hervor. Er schüttet diese in den Krug und rüttelt das Ganze ein wenig hin und her. Die Kiesel kullern in die entstanden Zwischenräume. „Ist der Krug nun voll?“, fragt er erneut. 
Die Runde lacht. „Wahrscheinlich nicht“, ruft einer. 
„Gut, gut“, lobt der Professor. Er lang nach einem Säckchen mit Sand und füllt den Krug bis zum Rand. „Voll?“, fragt er wieder. 
„Irgendetwas geht bestimmt noch“, sagt eine Führungskraft. 
„Ganz genau“, antwortet Professor. Er nimmt die Mineralwasserflasche aus der er gerade noch getrunken hat und lässt gut die Hälfte des Wassers in den Krug mit den Flusssteinen, den Kieseln und dem Sand verschwinden. Den letzten Schluck trinkt er selbst. „Was wollte ich Euch wohl damit sagen?“
„Das man Termine verschieben kann“, schlägt ein Anwesender vor. 
„Das irgendwas immer noch reinpasst in den Tagesablauf“, vermutet ein anderer. 
„Nein“, sagt der Professor. „Was ich sagen wollte ist: Es kommt auf die Reihenfolge an. Hätte ich mit dem Wasser begonnen, hätten ich keinen Flussstein in den Krug bekommen. Nur weil ich zuerst die großen Dinge nahm, konnten kleinere dazukommen. Denkt immer daran: Was sind Eure großen Steinen im Leben? Familie, Bildung, Werte, was immer Euch wichtig ist, müsst Ihr zuerst in Euer Leben bringen. Wenn Ihr Euch auf die kleinen Dinge konzentriert und Euch verzettelt, werdet Ihr nie die Zeit für die großen, wichtigen Dinge haben.“

Übertragen auf Ihre Ausbilderfunktion ist die Frage also: Was sind die „großen Steine“ in Ihrem Arbeitsgebiet? Welche grundlegenden Erkenntnisse, Einstellungen oder Fähigkeiten möchten Sie den Azubis vermitteln?

Viel Spaß beim Nachdenken 🙂

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