Sind Sie auf den ersten Blick attraktiv?

Also, jetzt nicht Sie persönlich sondern Ihre Homepage? Viele Bewerber nehmen Sie auf Ihren Karriereseiten zum ersten Mal als potentiellen Arbeitgeber wahr. Es ist also nicht schlecht, einen guten Eindruck zu machen.

Ziemlich alt sehen z.B. Karriereseiten aus, die nicht mobil-optimiert sind.

Ist die Nutzung Ihrer Seiten durch mobile Endgeräte (Smartphones oder Tablets) gar nicht oder nur unzureichend möglich, müssen Sie demnächst eine Art Tapetenwechsel vornehmen.  Denn immer mehr Menschen –   vor allem Jugendliche – gehen bevorzugt mobil ins Netz. Tendenz laut Mobile Recruiting-Studie 2013 steigend.

Bevor Sie jetzt direkt in der IT-Abteilung anrufen, schauen Sie sich Ihre Karriereseite noch einmal genau an. Vielleicht gibt es noch weiteren Renovierungsbedarf? Wie beurteilen Sie die Darstellung der Ausbildung? Wir einladen wirkt Ihr Auftritt?

Ziemlich langweilig wirken Karriereseiten, die unpersönlich daherkommen.

Das fängt schon damit an, ob Sie auf den Seiten auftauchen. Mir ist überhaupt nicht klar, warum so viele Unternehmen, Ihre Ausbilder nicht vorstellen. Auf mich wirkt das distanziert, abweisend, unhöflich. Auf viele Bewerber auch. Natürlich bewirbt man sich lieber, bei einem freundlichen Menschen als bei einer unpersönlichen info@unternehmen.de-Adresse. 

Zu unpersönliche Darstellungen kommen manchmal dadurch zustande, dass externe Dienstleister mit der Konzeption beauftragt werden. Drei Dinge, die mir besonders negativ auffallen, wenn PR-Agenturen am Ball waren:

  1. Marketing-Geschwurbel a lá „Wir sind ein Spitzenunternehmen und hier sind alle kreativ, flexibel und teamfähig“. Obwohl die Unternehmensrealität ganz anders aussieht. Damit produziert man nur Enttäuschungen.
  2. Azubi-Fotos, die den Charme eines Bekleidungskatalogs aus den 90er Jahren versprühen. Das ist schlecht. Oder Fotos auf denen die Azubis viel zu cool wirken. Das ist genauso schlecht. Oft handelt es sich bei den Fotos um billig eingekauftes Stock-Material. Dann tauchen sie nicht selten auch bei anderen Unternehmen auf. Das ist ganz, ganz schlecht. Es stellt Ihre Glaubwürdigkeit in Frage, wenn Sie sich mit fremden Federn „schmücken“.
  3. Ein krampfhaftes „Wir sind noch voll jung“-Getue. Durch (au Backe) Jugendsprache, voll krasse Musik und witzige Videos. Das wirkt vielfach ur-ur-alt und  spießig.

Und wissen Sie was: Das alles glaubt und liest ohne kaum einer – geschweige denn, dass man es behält. Das läuft an den meisten Lesern vorbei wie Waschmittelwerbung. Da es beliebig ist.

Authentizität kann man eben nicht bei einer Agentur einkaufen. Sparen Sie sich das Geld also lieber und buchen Sie dafür einen guten Fotografen.  Sie und Ihre Azubis sind es, die in Szene gesetzt werden sollten.  Denn Sie und Ihre Azubis machen die Ausbildung aus.

Ihre Seite bekommt Charakter durch Sie. Und Ihre Azubis.

  • Texten Sie Ihre Karriereseiten selbst. Verwenden Sie keine Plastik-Sprache. Und schon gar keine Jugendsprache. 
  • Zeigen Sie sich und Ihre Ausbildung mit Ecken und Kanten und echten Bildern. Falls davon jemand abgeschreckt wird: So what?! Dann war´s ohnehin nicht der richtige Bewerber. 
  • Binden Sie die Azubis ein.
  • Auch um die Arbeit auf mehrere Köpfe zu verteilen. Ihre Informationen sollten immer aktuell sein. Müssen also gepflegt werden. Das bringt viel Spaß, kostet aber auch Zeit. 
  • Treten Sie in den Dialog mit Ihren Bewerbern. Seien Sie ansprechbar. 

 

Gut läuft das alles mit einem Blog. Wenn Sie sich näher mit dem Thema auseinandersetzen mögen, schauen Sie bei Henner Knabenreich vorbei. Er beantwortet auf seinem Blog personalmarkteing2null.de  die Frage: Brauchen wir nicht auch einen Mitarbeiter-Blog oder wie das heißt? Sie finden dort auch eine Übersicht über gute Azubi-Blogs.

 

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