Tu Gutes und sprich

Wie Sie an diesem Blog sehen, bin ich ein erklärter Fan davon, Wissen zu verschenken. Ich tue das, weil ich es kann und weil es meinem Naturell entspricht. Daneben „bringt“ es mir aber auch eine Menge. Oft genug inspiriert es mich, wenn ich einen Beitrag formuliere. Ich wechsle die Perspektive oder erwische einen neuen Aspekt eines Themas.

Als Ausbilder können Sie diese Effekte prima erzielen, wenn Sie sich in der Kummerkästen der Azubi-Foren herumtreiben; z.b. bei Azubi.net.

… Sie helfen jungen Menschen, die das richtig nötig haben. Bevor ein Azubi, sich in einem Forum öffnet, ist meist schon einiges schief gelaufen. Der Leidensdruck ist mindestens groß.

… Sie erfahren ungefiltert, wie Azubis emotional ticken. Als Ausbilder bekommt man nicht alles mit. Egal wie verständnisvoll wir uns empfinden und wie gut das Verhältnis zu unseren Azubis auch ist – am Ende sind wir doch die Vorgesetzten. Da wird manches, vor allem Unangenehmes, geschönt. In einem (anonymen) Forum kriegen wir die Wahrheit gratis und ungefiltert.

Sie schulen Ihre Beratungskompetenz. Im Netz ist der Beziehungsabbruch nur einen Klick entfernt. Kein Azubi wird Ihre Äußerungen abnicken, um Ihnen zu gefallen. Hier gehts wirklich darum, dem Gesprächspartner etwas Hilfreiches zu bieten. Eine gute Übung.

Sie entdecken vielleicht Parallelen zu Ihrer Arbeitspraxis. Manchmal liest man was, das kommt einem irgendwie bekannt vor. Stolpersteine, die auch in Ihrem Betrieb im Weg liegen. Verhaltensweisen von Kollegen, die Sie so auch schon erlebt haben. Hier sprudelt die Quelle der Inspiration für Verbesserungen im eigenen Haus.

Sie müssen sich zeitlich nicht binden.  Einmal im Monat, einmal im Quartal, einmal im Jahr oder ganz punktuell, wenn es grad passt – wer in einem Forum mitmischt, hilft in jedem Fall. Egal, wie oft und wie lange, es Ihnen möglich ist.

… Sie können zur Konfliktlösung beitragen und so unbekannten Kollegen unter die Arme greifen. Der erfahrene Ausbilder weiß: Es gibt immer zwei Seiten. Manchmal werden aus kleinen Missverständnissen große Probleme, weil sich die Azubis (verständlicherweise) nicht trauen, auf ihre Ausbilder zuzugehen. Wenn Sie in einem Hilferuf die leise Ahnung beschleicht, dass die Dinge nicht ganz so schwarz-weiß liegen, wie vom Azubi beschrieben, ist Ihr Engagement besonders wertvoll.

 

 

Wichtig ist nur eins: Es gibt nichts Gutes – außer man tut es!

Kommentar schreiben

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar zu schreiben.