Wenn die anderen besser sind

„Du musst das mal positiv sehen“, ist einer dieser Sätze, die man garantiert nicht hören will, wenn man schlechter als seine Azubi-Kollegen abschneidet. 

Niemand ist  gern der/die Schlechteste in der Azubigruppe. Und in einigen Teams ist man es sogar noch viel, viel, viel weniger gern als in anderen. Der Umgang mit Erfolgen (und Misserfolgen) der Teammitglieder, sagt eine Menge über das Gruppenklima.

In manchen Teams unterstützen sich die Azubis gegenseitig und freuen sich über die Erfolge ihrer Mitglieder. In anderen will jeder der/die Beste sein. Es herrscht Konkurrenzdruck, manchmal sogar Neid und Missgunst.

Wenn das in Deinem Azubi-Team so ist, solltest Du schleunigst aussteigen! Versuche mal, es positiv zu sehen, wenn einer etwas besser kann als Du. Probiere es mal mit einem Gefühl, das in unserer Leistungsgesellschaft beinahe aus der Mode gekommen ist: Bewunderung.

Die Infografik von Gitte Härter auf www.schreibnudel.de zeigt, dass Bewunderung beflügeln kann.

gittehaerter_bewunderungMan sagt, dass Konkurrenz das Geschäft belebt. Bis zu einem gewissen Grad mag das stimmen; Konkurrenz kann zu Höchstleistungen anspornen.

Wenn es aber zu viel wird, läuft das Ganze in die entgegengesetzte Richtung. Der Druck wird so groß, dass wir verkrampfen. Die schlechten Gefühle werden bitter, so dass wir

  • uns in den Boden rammen (Ich bin so schlecht.)
  • unser Schicksal beklagen (Andere haben einfach Talent.)
  • alles schwarz sehen (Das kann ich nie!)

Damit lösen wir eine Abwärtsspirale aus. Logisch. Wenn wir etwas sowieso niiieee können werden, wozu sollten wir es dann überhaupt versuchen? Macht ja gar kein Sinn. Und weil es uns dann immer mieser geht, sind wir gar nicht mehr in der Lage, die wichtigste Frage zu stellen:

 

Die wichtigste Frage lautet: Stimmt das überhaupt?gittehaerter_bewunderung 

 

  • Bin ich wirklich so schlecht?
    Oder ist der andere vielleicht nur besonders gut?
  • Hat der andere mehr Talent?
    Oder hat er vielleicht hart gearbeitet und geübt?
  • Werde ich das wirklich nie können?
    Oder werde ich mindestens so gut wie der andere, wenn nicht besser?

Das Beste an Bewunderung: Sie gibt Dir Handlungsfähigkeit. Wenn Du dem anderen neidlos zugestehst, dass er oder sie wirklich gut ist, dann hast Du oft schon den Schlüssel in Hand, selbst besser zu werden.

Du bist nämlich nicht abhängig von den anderen oder den Umständen. Meistens jedenfalls nicht. Meistens kannst Du etwas tun.

 

 

 

 

 

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