Den Kollegen zuliebe

Dass die Kollegen in den Fachabteilungen die Azubis on top zum eigentlichen Job ausbilden, ist alltägliche Realität. Zulagen oder Zeitausgleich gibt es in so gut wie keinem Unternehmen. Trotzdem engagieren sich viele Mitarbeiter mit echter Leidenschaft und Herzblut. Das läuft nicht immer reibungslos – darum hier 10 Tipps, wie Sie Ihren Ausbildungsbeauftragten etwas zurückgeben können.

Ausbildungsbeauftragter wird man meist nebenbei. Aber nebenbei Ausbilden funktioniert nicht. 

Ein kurzer Anruf, ein Gespräch in der Kantine oder auf dem Flur … „könnten Sie sich vorstellen, auch mal einen Azubi zu nehmen…“ und dann ist man schon mittendrin im Thema Berufsausbildung. Aber Ausbilden bedeutet auch, echte Führungsarbeit zu leisten. Planen Sie fest ein, in diesem Jahr jeden Ausbildungsbeauftragten einmal zu treffen. Fragen Sie, wie es läuft und gehen Sie alle wichtigen Unterlagen (Ausbildungspläne, Beurteilungsbögen, Berufsbildungsgesetz etc.) mit jedem durch. Wenn Ihnen die Zeit dafür fehlt, kann das auch gut in einer gemeinsamen Mittagspause geschehen. Neue Erkenntnisse über Ihre Azubis und noch stärkeres Engagement Ihrer Ausbildungsbeauftragten sind garantiert!

Integrieren Sie Ihre Ausbildungsbeauftragten in das Auswahlverfahren

Die Auswahl von Auszubildenden ist eine besonders anspruchsvolle Aufgabe. Die Bewerber haben zumeist keine aussagekräftige Vita und verändern sich rasch. Daher ist der „Nasenfaktor“ ziemlich wichtig. Man baut eben schneller ein gutes Verhältnis zu Azubis auf, die man mag. Das gilt auch für Ihre Ausbildungsbeauftragten. Beteiligen Sie die Kollegen am Auswahlprozess. Lassen Sie sie am AC oder den Bewerbungsgesprächen als Beobachter teilnehmen. Ein Ausbildungsbeauftragter, der mit entscheiden durfte, wen er zukünftig ausbilden soll, wird die Azubis noch besser betreuen als bisher.

 

Wählen Sie gut aus, wer die Azubis zu Beginn betreut.

Der Start in die Ausbildung ist die halbe Miete. Es gibt Abteilungen und Menschen, die prädestiniert dafür sind und solche, die erst später zum Zug kommen sollten. Klären Sie sehr genau, ob ein Ausbildungsbeauftragter Lust auf diese wichtige Aufgabe hat. Sie sollten in gar keinem Fall jemandem einen neuen Azubi „auf´s Auge zu drücken“, der nicht in der Lage oder gewillt ist, sich besonders intensiv um ihn zu kümmern.

 

Ermuntern Sie die Azubis, sich zu bedanken

Azubis wissen sehr genau, was die Ausbildungsbeauftragten so alles leisten. Schlagen Sie Ihrer Azubi-Gruppe vor, alle Ausbildungsbeauftragten an einem Nachmittag zum „Kaffeeklatsch“ einzuladen, um sich für Ihre Arbeit zu bedanken. In lockerer Runde ein bisschen quatschen (für die eventuell ruhige Anfangsphase ist Musik sehr hilfreich) kann Wunder für die weitere Zusammenarbeit wirken.

 

Bilden Sie Ihre Ausbildungsbeauftragten weiter.

Mit jungen Menschen zu arbeiten, ihre Welt zu begreifen, ist nicht leichter geworden in den letzten Jahren. Viele Ausbildungsbeauftragte wünschen sich, eine Ausbildereignungsprüfung zu machen. Das ist verständlich, aber zeitlich und monetär leider häufig nicht realisierbar. Und zumeist auch gar nicht das, was Ausbildungsbeauftragte wirklich brauchen. Viel effektiver sind Seminare für die Arbeit mit Azubis „on the job“. Dafür gibts viele gute Anbieter; z.B. die DGfP. Wenn die Gruppe Ihrer Ausbildungsbeauftragten groß genug ist, lohnt sich eine interne Veranstaltung.

 

Kurbeln Sie den Austausch an.

Austauschrunden sind für Ausbildungsbeauftragte wichtig. Zwei Mal im Jahr reicht dabei den meisten Kollegen vollkommen. Spannend wird es, wenn Sie neben allgemeinen Infos auch ein spezielles Thema auf die Tagesordnung setzen. Lassen Sie z.B. von Azubis präsentieren wie die Einsätze erlebt werden oder wie die Beurteilungsgespräche laufen. So wecken Sie Verständnis auf beiden Seiten und kurbeln die Kommunikation an.

 

Informieren Sie die Ausbildungsbeauftragten über die Ergebnisse der Azubis.

Die Prüfungserfolge etwa sind auch Erfolge Ihrer Ausbildungsbeauftragten. Das ist ein guter Anlass für eine persönliche Mail oder einen Brief, mit dem Sie sich bei ihnen für ihr Engagement bedanken können. Das Wissen über den eigenen Beitrag motiviert.

 

Entwickeln Sie gemeinsam Übungsaufgaben für Leerzeiten.

Wenn mal nichts zu tun ist (oder viel zu viel) kann es vorkommen, dass Ihre Ausbildungsbeauftragten die Azubis einfach nicht beschäftigen können. Eine anstrengende und unangenehme Situation für beide Seiten. Thematisieren Sie das bei der nächsten Austauschrunde und sammeln Sie gemeinsam Ideen für diese Situation. Hier finden Sie eine Liste, die sie inspirieren könnte. Auch eine gute Idee: Prüfungsaufgaben der vorherigen Jahrgänge. Stellen Sie daraus einen Fragenkatalog für die entsprechenden Abteilungen zusammen. Die Fragen können dann zukünftig von den Azubis in Leerlaufzeiten bearbeitet werden und sind zudem eine prima Grundlage für das Abschlussgespräch.

 

Ermöglichen Sie Ihren Ausbildungsbeauftragten ein aussagekräftiges Feedback.

Wir lernen alle am besten durch Rückmeldung. Aber für Azubis ist es oft schwierig, ehrlich zu sagen, was in einer Abteilung nicht ganz ideal gelaufen ist. Daher wissen viele Ausbildungsbeauftragte gar nicht, ob sie etwas in Ihrer Betreuung verändern sollten. Am besten steuert man das Feedback noch immer über den Beurteilungsbogen. Dabei reicht es in der Regel nicht, wenn ein Azubi nur unterschreibt. Stellen Sie lieber offene, konkrete Fragen wie

Was hat Ihnen in dieser Abteilung am besten gefallen?

Welche Verbesserungsmöglichkeiten sehen Sie?

Damit fordern Sie den Azubi auf, verwertbare Informationen zu geben.

 

Bieten Sie die Hilfe der Azubis an.

Eine Hand wäscht die andere. Selbstverständlich bleibt das oberste Ziel immer die Ausbildung des Azubis. Aber hin und wieder haben Auszubildende auch Spaß daran, eine Urlaubsvertretung zu übernehmen oder in einem Projekt richtig mitzuarbeiten. Das sind tolle Möglichkeiten, den Ausbildungsbeauftragten etwas „zurückzugeben“. Und die Azubis profitieren davon, das „richtige“ Arbeitsleben kennenzulernen.

 gittehaerter_sonneblume

 

 

Kommentar schreiben

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar zu schreiben.