Am Anfang war der Plan

RahmenDieser Beitrag wird Sie interessieren, wenn Sie sich manchmal fragen, was Sie mit dem Azubi eigentlich ganz genau veranstalten sollen. Das geht übrigens vielen Ausbildungsbeauftragten so.

In vielen Betrieben wird man quasi im Vorbeigehen zum Ausbildungsbeauftragten ernannt.  Und dann macht man es eben so, wie es der gesunde Menschenverstand diktiert.

Das ist mit der richtigen inneren Haltung gar keine schlechte Vorgehensweise. Manchmal macht man sich auf diese Art aber auch zu viel Arbeit. Die gute Nachricht: Es gibt Pläne, die Ihnen das Ganze erleichtern.

 

1. Die Lerninhalte sind gesetzlich definiert

Falls Sie z.B. denken, Sie müssten den Azubis Ihren Arbeitsbereich von A – Z  vermitteln, stimmt das vielleicht. Allerdings nur dann, wenn Ihr Arbeitsplatz zufällig den Mindestanforderungen des jeweiligen Ausbildungsberufes entspricht. Diese sind im Ausbildungsrahmenplan festgelegt. Und Achtung: Es sind diese Mindestanforderungen, die am Ende vor den Kammern geprüft werden! Es ist also wichtig für die Azubis, dass sich alle Ausbildungsbeauftragten darauf konzentrieren.

 

2. Die Lerninhalte sind Teil des Ausbildungsvertrages

Aus diesen Mindestanforderungen des Ausbildungsrahmenplans, bastelt der hauptamtliche Ausbilder einen betrieblichen Ausbildungsplan. Dieser interne Ausbildungsplan sollte Ihnen vorliegen. Er sollte für jeden Azubi existieren, da er Teil des Ausbildungsvertrages ist. 

(Dennoch ist das nicht immer so. Liegt Ihnen kein innerbetrieblicher Ausbildungsplan vor, sprechen Sie Ihren Ausbilder darauf an. Vielleicht ist es nur ein Versehen. Vielleicht gibt es diesen Plan  aber  auch nicht oder nur in veralteter Form. Dafür kann es viele Gründe geben, die sich in der Regel mit „historisch so gewachsen“ überschreiben lassen. Aber das ist ein anderes Thema.)

Sollte der interne Ausbildungsplan nicht existieren, können Sie zusammen mit dem Ausbilder anhand des Ausbildungsrahmenplans festlegen, für welche Inhalte Sie zukünftig zuständig sind.

Am Ende liegt Ihnen eine Liste mit zu vermittelnden Fähigkeiten und Kenntnissen vor. Nun sind die genannten „Fertigkeiten und Kenntnisse“ etwas blutleer. Dort steht vielleicht etwas wie

„Gefährdung von Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz feststellen und Maßnahmen zu ihrer Vermeidung ergreifen.“

Jetzt ist Ihr Wissen und Ihre Kreativität gefordert. Sie müssen das Ganze mit Leben füllen.

 

3. Ihr Job: Lernziele definieren und mit konkreten Aufgaben versehen

1. Schritt: Was muss mein Azubi wissen, können und vor allem wollen? 

Was wollen Sie beim Azubi verankern? Welches theoretische Wissen? Welche Fertigkeiten (Können)? Welche innere Haltung bzw. Motivation (Wollen)? Für unser obiges Beispiel könnte das so aussehen:

  • Wissen: Der Azubi kann die typischen Gefahren am Arbeitsplatz aufzählen, wie z.B …
  • Können: Der Azubi erkennt selbständig potentielle Gefahrenquellen und ist in der Lage sie zu beseitigen.
  • Wollen: Der Azubi will das Thema Arbeitssicherheit für sich und andere ernst nehmen.

Diese Definition müssen Sie für alle zu vermittelnden Ausbildungsinhalte finden. Eine Heidenarbeit beim ersten Mal. Aber die anschließende Klarheit, macht die Schufterei allemal wett. Hier finden Sie ein Formular für Ihre Lernziele: Lernziele definieren

2. Schritt: Wie ist das vermittelbar?

Im zweiten Schritt überlegen Sie, mit welchen konkreten Aufgaben, die Lernziele vermittelt werden können. Auch hierfür habe ich ein Formular für Sie: Konkrete Aufgaben. Wissen und Können sind beinahe immer recht leicht zu vermitteln. Bei der Motivation wird es schon schwieriger. (Es lohnt sich, als Ausbildungsbeuaftragte ein bisschen etwas über Didaktik zu wissen; also die Kunst des Lehrens.) Wann immer Sie aktive Arbeitsaufgaben für den Azubi finden, sind Sie fein raus.Wenn nicht, brauchen Sie Übungsaufgaben. Inspirationen gibts hier: Ideen für Übungsaufgaben

3. Schritt: Geben Sie Ihrem Ausbilder Rückmeldung

Wenn Sie Inhalte nicht (mehr) vermitteln können, benötigt Ihr Ausbilder Rückmeldung. Sie wissen schon: Ansonsten ist die Aktualität des Ausbildungsplans nicht sichergestellt. Und die Azubis stehen dann in der Prüfung vor der Kammer dumm da.

 

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