Das Zwischengespräch

Das ZwischengesprächDas Wichtigste am Zwischengespräch: Es muss wirklich stattfinden.

Allzu häufig fällt es in der Praxis nämlich aus. Dabei ist es mindestens so wichtig wie Einführungs- und Abschlussgespräch. Ach was; es ist wichtiger. Im Grunde ist es das wichtigste Gespräch von allen.

Was läuft gut? Was könnte besser laufen? Wie würde die Beurteilung derzeit ausfallen? Ist der Azubi damit zufrieden? Wenn nein, welche konkreten Veränderungen wünscht der Ausbilder, damit die Beurteilung nach oben korrigiert werden kann?

Beide Seiten sollten sich gut auf das Gespräch vorbereiten. Das Zwischengespräch ist keine Einbahnstraße sonder ein Dialog. Nehmen Sie den Beurteilungsbogen als Grundlage. Sie und auch der Azubi füllen einen Bogen mit Bleistift aus. Im Gespräch können Sie dann auf gemeinsame Sichtweisen und Unterschiede im Selbst- und Fremdbild eingehen.

Besonders wichtig ist das Zwischengespräch, wenn Sie kritische Verhaltensweisen an Ihrem Azubi wahrgenommen haben.

Wenn Sie mit Ihrer Kritik bis zum Abschlussgespräch warten, wird sich der Azubi

  1. schämen (es ist peinlich, etwas über Wochen falsch zu machen) und
  2. ungerecht beurteilt fühlen (womit er Recht hat) und
  3. haben Sie den Zeitpunkt verpasst, dem Azubi ein hilfreiches Verhalten näher zu bringen.

Das wäre bedauernswert. Denn genau darum geht es ja in der Ausbildung.

Manchmal lassen Ausbildungsbeauftragte das Zwischengespräch ausfallen, weil es nichts zu kritisieren gibt. Dabei vergessen sie bisweilen, dass möglicherweise der Azubi sehr wohl etwas zu kritisieren haben könnte.

Auch dafür ist das Gespräch nämlich da. (Selbstverständlich muss der Azubi dazu ausdrücklich ermuntert werden. So ganz von selbst trauen sich die wenigsten Azubis. Verständlicherweise.) Ganz abgesehen davon gilt:

Besonders wichtig ist das Zwischengespräch, wenn Sie keine kritischen Verhaltensweisen an dem Azubi wahrgenommen haben. Dann ist er nämlich ein Überflieger und gehört über den Klee gelobt.

 

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