Der 1. Tag in der Fachabteilung

VitaDer Einstieg in eine neue Abteilung lässt kaum einen Azubi kalt. Im Seminar berichten Azubis immer wieder lebhaft, wie sie sich zu Beginn eines neuen Einsatzes fühlen. Die Gefühlspalette reicht von angenehm gespannt bis zu heftigen Bauchschmerzen. Es kommt auf die Persönlichkeit des Azubis an und auch auf seine bisherigen Erfahrungen. Außerdem ist wichtig, was man sich über Ihre Abteilung erzählt.

Folgende Punkte erleichtern selbst den Schüchternsten den Start.

Jemand muss den Hut aufhaben: In einigen Abteilungen kümmern sich alle zusammen um den Azubi. Es ist schön, wenn alle im Team Lust dazu haben. Manchmal führt es allerdings dazu, dass sich alle zusammen nicht um den Azubi kümmern. Es braucht einen offiziellen Ausbildungsbeauftragten, bei dem die Fäden zusammenlaufen. Idealerweise übernimmt diesen Job derjenige, der am meisten mit dem Azubi zu tun hat. Ok ist es, wenn die Aufgabe rolliert. Nicht gut ist es, wenn eine Führungskraft auf dem Papier verantwortlich ist, in der Praxis aber nur wenig Berührungspunkte mit dem Azubi hat.

Es gibt eine Menge zu tun, bevor der Azubi richtig loslegen kann. Manches kostet (einmalig) Mühe, erleichtert Ihnen aber den Ausbildungsalltag zukünftig ungemein:

  • Lernziele aufstellen
  • Konkrete Aufgaben vorbereiten
  • Arbeitsplatz einrichten
  • Berechtigungen; Passwörter etc. (Computer, Programme) einrichten (lassen)
  • Telefon freischalten (lassen)
  • Kollegen informieren
  • Einführungsgespräch vorbereiten
  • etwas Nettes habe ich bei einem Magdeburger Kunden gehört: Dort gibt es einen Ausbildungsbeauftragten, der die Azubis am ersten Tag mit einer Schultüte begrüsst. Darin befinden sich Infomaterial, Werbegeschenke und für den Bereich wichtiges Werkzeug.

Die erste Stunde des ersten Tages gehört dem Einführungsgespräch: Neben wichtigen Infos geht es dabei um Kontaktaufnahme. Sie können dem Azubi viel Sicherheit geben, wenn Sie sich hier Zeit nehmen. Dabei sollten Sie sich bewusst sein, dass der Azubi gerade unter Spannung steht. Bei manchen Azubis macht sich das durch eine „eingefrorene“ Mimik bemerkbar oder eine hölzerne Sprechweise. In dieser Situation sollten Sie keinesfalls zu viel fachlichen Input geben. Höchstwahrscheinlich bleibt nicht viel hängen.

Schrecklich aber nötig: Die Vorstellungsrunde. Azubis lieben es nicht unbedingt, in jedes Büro geführt und vorgestellt zu werden. Man weiß eben nicht recht, was man sagen und wie man gucken soll. Nicht selten führt man zehn, fünfzehn, zwanzig identische Mini-Dialoge. Trotzdem ist den Azubis die Vorstellungsrunde wichtig. Sie wollen gesehen werden. Und nicht mit einem Praktikanten verwechselt werden. Wenn Sie das Ganze ein bisschen auflockern, quasi moderieren, sind die Azubis Ihnen dankbar.

Erste Aufgabe vorbereiten: Nach all der Aufregung wäre es schön, wenn Sie nach Einführungsgespräch und Vorstellungsrunde eine größere Aufgabe für den Azubi hätten. Eine, mit der er sich allein einige Stunden beschäftigen kann. Neben ersten Erfolgserlebnissen dient diese Aufgabe auch dazu, dass der Azubi sich ein bisschen zurückziehen und durchatmen kann.

Den Tag gemeinsam beenden: Setzen Sie sich in der letzten Stunde wieder mit dem Azubi zusammen. Inzwischen sollte sich seine Aufregung so weit gelegt haben, dass er Ihnen auch inhaltlich folgen kann. Er ist nun bereit für eine ausführliche Erklärung der Abteilungsaufgaben. Nutzen Sie Anschauungsmaterial. Achten Sie darauf, dass der Azubi mitschreibt. Bitten Sie ihn am Ende um eine Zusammenfassung. Nur um sicher zu gehen, dass er auch wirklich verstanden hat, wo er gelandet ist. Lassen Sie zum Abschluss den ersten Tag gemeinsam Revue passieren und geben Sie einen Ausblick auf den nächsten Tag.

 

 

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