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Letzte Woche hatte ich einen schönen Workshop in München. Bayern hat ja nun beinahe Vollbeschäftigung und viele hochinteressante Ausbildungsbetriebe. Dort ist jetzt schon sichtbar, wie wichtig die Passgenauigkeit Ihrer Azubiauswahl in Zeiten sinkender Bewerberzahlen für alle Ausbilder werden wird. „Der Teich, in dem wir alle fischen, schrumpft“, sagte ein Teilnehmer. Ein schönes Bild, wie ich finde. Als Hamburgerin kann ich Vergleichen mit Fischen und Fischern natürlich viel abgewinnen.

🙂

Um bei dem Bild zu bleiben: Meiner Meinung nach wird es zwar schwieriger, einen guten Fang zu machen – aber es sind genügend Fische für alle da. Man muss sie nur an die Angel kriegen. Dafür muss man die richtigen Köder auslegen – was wiederum voraussetzt, dass man sich klar darüber ist, auf welchen Fisch man es abgesehen hat. Einem Goldfisch schmeckt was anderes als einem Hai.

In vielen Stellenanzeigen findet man die immer gleichen Anforderungen: Teamorientiert, motiviert, flexibel … das sind so Klassiker. Und das sind auch tolle Eigenschaften. Aber vermutlich sind es nicht für jeden Ausbildungsplatz die allerwichtigsten Anforderungen. Außerdem brauchen wir in der Regel unterschiedliche Azubis, weil es in der Zukunft unterschiedliche Arbeitsplätze zu besetzen gilt.

Was wirklich wichtig ist, weiß niemand so gut, wie Ihre Ausbildungsbeauftragten. Es ist also keine schlechte Idee, die Kollegen zu einem Workshop einzuladen, um gemeinsam ein Anforderungsprofil zu erstellen. Es ist auch für die Ausbildungsbeauftragten sehr motivierend, wenn sie sich an diesem Thema beteiligen dürfen. Immerhin geht es ja um ihre späteren Kollegen. Am besten läuft der Workshop, wenn Sie aus allen Bereichen, die später Azubis übernehmen möchten, Mitarbeiter dabei haben.

Je nach Größe Ihrer Gruppe können Sie den folgenden Leitfaden gemeinsam im Plenum erarbeiten – oder in Kleingruppen.

 

1. Analyse der Berufsbilder

  • Welche Haupttätigkeiten oder Aufgaben sollen (in Zukunft) erfüllt werden?
  • Denken Sie lieber nicht zu detailliert. Versuchen Sie, sich auf 5 Tätigkeiten zu beschränken.
  • Priorisieren Sie: Welche Aufgaben sind die wichtigsten?
  • Welche Aufgaben stehen unter Veränderungsdruck?

 

2. Sammlung von Anforderungen 

Leiten Sie aus der Analyse der Berufsbilder die Anforderungen an die Azubis ab. Welche persönlichen Eigenschaften, Kenntnisse und Fähigkeiten, muss der Azubi mitbringen, um ihre Anforderungen zu erfüllen.

 

3. Gewichten der Anforderungen

  • Welche Anforderungen sind unerlässlich? Wo können Sie keine Kompromisse machen?
  • Warum glauben Sie, dass die Anforderungen unerlässlich sind? Was wären die Konsequenzen, wenn ein Azubi die Anforderungen nicht erfüllt?
  • Welche Anforderungen können im Laufe der Ausbildung bei den Azubis entwickelt werden? Welche nicht?

Am Ende können Sie den Anforderungen werten; z.B. Punkte von 1 – 5 geben.

 

Voilá: fertig ist Ihr Anforderungsprofil.

 

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