Ist das Kunst?

Ist das (noch) zielführend? Kann das weg? Oder muss das neu? In der Ausbildung gibt eine Unzahl von Prozessen, Projekten und Routine-Aufgaben, die kontinuierlich auf Aktualität überprüft werden müssen. Ich schreibe „müssen“, weil diese Instrumente kontraproduktiv wirken, wenn sie zu lange nicht geschärft werden.

Passend zum Frühlingsbeginn hier die Top 3 Themen, die Sie als erstes unter die Lupe nehmen sollten:

1)  Die Ausbildungspläne haben Staub angesetzt

Abteilungen werden neu strukturiert, Arbeitsinhalte ändern sich, Ausbildungsbeauftragte kommen, Ausbildungsbeauftragte gehen. Und manchmal verschwindet mit ihnen das Know-How aus den Fachabteilungen. Einmal im Jahr sollten Sie die Ausbildungsbeauftragten bitten, die internen Ausbildungspläne zu überprüfen: Sind sie noch auf dem aktuellen Stand, gibt es grundlegende Änderungen oder können weiterhin alle Ausbildungsinhalte in der Praxis vermittelt werden?

2) Das Beurteilungssystem braucht einen neuen Anstrich.

Ihr Beurteilungssystem müssen Sie natürlich nicht jedes Jahr wieder überprüfen. Es reicht, wenn Sie einmal richtig „Grund reinkriegen“. Falls Sie das Beurteilungsverfahren von Ihrem Vorgänger (und der von seinem Vorgänger) übernommen haben, steht  einen umfassender Check an.

Häufig ist das Beurteilungssystem ein Projekt, das Ausbilder „irgendwann“ mal angehen wollten. „Irgendwann“ ist dann definiert als der Zeitpunkt, zu dem das Tagesgeschäft es zulässt. Und so wird „irgendwann“ häufig zu „niemals“. Dabei ist das Beuteilungssystem Ihr wichtigstes Führungsinstrument. Also gleich ganz nach oben auf die Tagesordnung.

3) Die Karriereseite ist von gestern.

Noch nicht mobil-optimiert, falsche Ansprechpartner, uraltes Layout? Nichts ist so wichtig für die Gewinnung neuer Azubis, wie Ihr Internetauftritt. Und nichts ist so alt, wie die Karriereseite von gestern.

Lassen Sie Ihre Karriereseiten am besten von den kompetentesten Fachleuten in ihrer Nähe überprüfen: Das sind Ihre Azubis! Sie  können am besten beurteilen, wie attraktiv und benutzerfreundlich Ihre Seite für jüngere Leute ist.

Pinsel

4) Was soll auf den Sperrmüll?

Physisch ist so ein Frühjahrsputz im Büro auch gar nicht schlecht. Reservieren Sie sich einen Tag um Ihre Regale, Akten und Ihren Rechner nach Sperrmüll zu durchforsten. 

Seien Sie ruhig radikal. Ansonsten sieht es hinterher nicht viel anders aus als zuvor. Sie kennen das vielleicht von Ihrem Kleiderschrank: Manche Kleidungsstücke hebt man auf, obwohl sie einem seit Jahren nicht mehr passen oder trotzdem sie völlig aus der Mode gekommen sind. Genauso hat man meistens Aufgaben, die gar nicht mehr zum jetzigen Jobprofil  oder den heutigen Azubis passen.

Das „Lernen-lernen“-Seminar für Azubis hat nicht genügend Praxisbezug? Sie sind es leid, vor desinteressierten Schulkassen das Unternehmen zu präsentieren? Die monatlichen Austauschrunden bringen weder Ihnen noch den Azubis einen konkreten Nutzen?

Dann weg damit! Sofort oder mittelfristig.

  • Was können Sie ersatzlos streichen?
  • Welche ungeliebten Tätigkeiten können Sie delegieren?
  • Wie können Sie sich mittelfristig von überflüssigen Aufgaben befreien?

Erstellen Sie eine Liste mit der Überschrift: Was ich nicht mehr will. Damit schaffen Sie Platz für frische Ziele .

In diesem Sinne:

Viel Spaß beim Aufräumen

Ihre Stefanie Sohr

Kommentar schreiben

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar zu schreiben.