Tolle Übung für fast alles

In der Ausbildung dreht sich ja ziemlich viel ums Zuhören. Heute habe ich eine schöne Stille-Post-Übung für Sie. (Eigentlich ist es mehr eine „Ich-packe-in-meinen-Koffer“-Übung). Sie verdeutlicht auf witzige Weise, wie schwierig das Zuhören ist. Gern setze ich sie z.B. ein

… in Azubi-Seminaren, um zu verdeutlichen, dass man Erklärungen immer hübsch Mitschreiben sollte und

… in Ausbilder-Seminaren, um zu zeigen, wie wenig bei ausführlichen Monologen hängen bleibt.

Sie passt aber auch zu so gut wie jedem Kommunikationsthema. Falls Sie keine Seminare für Ihre Azubis und Ausbildungsbeauftragten durchführen, können Sie die Übung auch als Auflockerung einer Austauschrunde einstreuen. Sie bringt neben interessanten Erkenntnissen nämlich auch echt Spaß.

Hier die Übung: StillePost

Die Übung funktioniert so ab 6 Teilnehmer richtig gut. Wenn Sie mehr als 12 Teilnehmer trainieren, fungieren einige einfach als Beobachter. Händigen Sie den Beobachtern die Übung aus, damit sie notieren können, was geschieht.

Bitten Sie im Plenum um einen besonders mutigen Teilnehmer, der den Anfang macht. Alle anderen Teilnehmer werden vor die Tür geschickt. Teilnehmer 1 (notieren Sie seinen Namen auf dem Übungsblatt), soll sich möglichst viel von der Geschichte merken, die sie ihm vorlesen. Mitschreiben darf er natürlich nicht. Rückfragen sind auch nicht gestattet.

Dann holen Sie Teilnehmer 2 herein. Teilnehmer 1 muss nun die Geschichte  Teilnehmer 2 erzählen. Sie kreuzen in der  Spalte 1 an, welche Details richtig weitergegeben werden. Dann holen Sie den dritten Teilnehmer herein und wiederholen das Ganze.

Verfahren Sie so, bis alle Teilnehmer wieder im Raum sind. Das dauert anfangs länger, weil noch relativ viele Informationen ausgetauscht werden. Nach dem dritten oder vierten Teilnehmer geht es dann immer schneller.

Am Ende lesen Sie noch einmal die gesamte Geschichte vor. Im Anschluss können Sie mit allen Teilnehmern erarbeiten, wo die Stolplersteine beim Zuhören liegen und

… warum Azubis bei Erklärungen immer hübsch mitschreiben sollten und

… warum Ausbilder lange Erklärungen vermeiden sollten.

 

5 Kommentare zu “Tolle Übung für fast alles”

  1. Grossartig!
    Die stille Post werde ich auch einmal versuchen. Wir bei LH haben eine ähnliche Übung. Zwei Teilnehmer tragen einen Kopfhörer, dem einen wird ein Bi,d mit grafischen Elementen gezeigt. Die Elemente und Ihre Anordnung beschreibt der Teilnehmer dem Anderen, der das Bild nur auf die Beschreibung hin nachzeichnen muss. Zum Teil kommen abstruse Ergebnisse heraus. Hier merkt man, wie wichtig zuhören und Teamarbeit sind…
    Dem Anderen zuhören zu können ist ein hohes Gut.
    Danke für den input!

    • admin sagt:

      Hallo Frau Kleffner,

      vielen Dank für den Tipp. Eine ähnliche Übung finden Sie bei mir hier: Grafik erklären.

      Auch wichtig: Die eigenen festgefahrenen Vorstellungen über Bord werfen zu können. Ich grüble schon die ganze Zeit, wofür man wohl in der Grafikübung einen Kopfhörer brauchen könnte…

      Liebe Grüße
      Stefanie Sohr

  2. hanna von kunhardt sagt:

    Liebe Frau Kleffner,
    wir in Friedrichstadt / NF möchten ein „Flying Table“ organisieren. Bitte könnten Sie mir eine kleine Hilfestellung geben? Auf was sollte man achten,? Welche Preise könnte der Gastgeber vorgeben? Oder….?
    Für die kleine Hilfestellung bedanke ich mich bei Ihnen im Voraus und verbleibe mit besten Grüßen
    Hanna von Kunhardt

  3. Jennifer sagt:

    Hallo Frau Sohr,

    ich finde dies eine sehr schöne Einstimmung in das Thema Kommunikation, jedoch kann ich die Geschichte zum Übungsblatt nicht finden

    Vielen Dank

    Jennifer Albin

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