Holen Sie sich Feedback von den Azubis

Es gibt 1000 und einen Grund, warum Azubis ihre Kritik an der Ausbildung nicht aussprechen. Darum reicht es auch nicht, wenn wir sie lediglich „ganz allgemein“ dazu auffordern. Da wir auf das Feedback der Azubis angewiesen sind (falls wir die Ausbildung kontinuierlich verbessern wollen), sollten wir in regelmäßigen Abständen konkret werden. Das gelingt beispielsweise mit einem

Feedback-Workshop

Laden Sie die Azubis ein, gemeinsam mit Ihnen einen halben Tag lang, die Ausbildung zu bewerten.

Norden Sie die Azubis zu Beginn gut ein: Was ist Feedback? Warum ist es so wichtig? Und wie lauten noch einmal die Feedback-Regeln?

Lassen Sie das Feedback mit Hilfe von Leitfragen erarbeiten. Die Auswahl der Fragen gibt den Azubis Handlungssicherheit. Sie  wissen: Aha, zu diesen Dingen „darf“ ich wirklich etwas sagen. Meine Meinung ist erwünscht.

Gute Erfahrungen habe ich damit gemacht, die Fragen in Gruppen erarbeiten zu lassen. Es ist natürlich einfacher, als Teil einer Gruppe Stellung zu nehmen.

Der beigefügte Fragenkatalog ist als Inspiration zu sehen. Vielleicht wollen Sie andere Dinge erfahren oder nur einen Aspekt der Ausbildung beleuchten. Die beigefügte Übung ist auf drei Gruppen abgestimmt (was mir ideal scheint): Fragen an die Auszubildenden

Die Vielzahl der Fragen bieten genügend Raum für positive Erfahrungen. So nehmen Negativpunkte den richtigen Stellenwert ein. Das entlastet die Azubis. Es nimmt ihnen den Drang, kritisches Feedback im gleichen Satz auszusprechen wie auch zu entschuldigen.

Geben Sie den Azubis genügend Zeit, die Fragen zu beantworten und die Antworten zu visualisieren. Alles unter einer Stunde wird vermutlich nur moralisch erwünschte Ergebnisse produzieren. Versuchen Sie es mit 1,5 Stunden und der Option, die Zeit zu verlängern. Dann denken die Azubis über das hinaus, was ohnehin schon in ihren Köpfen ist.

Achten Sie in der anschließenden Präsentationsrunde höllisch darauf, selbst die Feedbackregeln einzuhalten. Also, rechtfertigen Sie nichts, erklären Sie nichts, fassen Sie höchstens nach, wenn Sie etwas nicht genau verstanden haben. Und bedanken Sie sich ausdrücklich für das Vertrauen, das die Azubis Ihnen mit diesem Feedback schenken.

Kündigen Sie im Anschluss an, wie Sie mit dem Feedback umgehen werden. Sie können zum Beispiel Schulungsmaßnahmen und Gesprächsbedarf daraus ableiten. Oder sie bitten die Azubis, das Ganze noch einmal vor den Ausbildungsbeauftragten zu präsentieren.

Das läuft in der Regel ziemlich klasse. Zum einen sind Ausbildungsbeauftragte sehr interessiert an Feedback. Zum anderen – jedenfalls habe ich es noch nie anders erlebt – steckt in den Rückmeldungen der Azubis viel, viel mehr Lob als Kritik. Das können die Ausbildungsbeauftragten natürlich auch gut gebrauchen.  Am allerbesten aber ist der Austausch, der so zwischen Azubis und Ausbildungsbeauftragten angekurbelt wird.

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