Nach der Vertragsunterschrift

Zielfindung

Spätestens mit der Vertragsunterschrift wird man Dich als eigenverantwortlichen Menschen behandeln. Ab jetzt wird Initiative von Dir erwartet. Initiative beinhaltet Hol- und Bringschuld. Manche Dinge musst Du Dir selber besorgen. Andere unaufgefordert liefern. Das ist so, weil in einem Unternehmen kein Mensch  Zeit (und auch Lust) hat, Dich rundherum zu versorgen, wie Du es aus der Schule kennst.

Klar, das ist anfangs ungewohnt. Du möchtest nichts falsch machen. Deswegen fühlst  Du Dich manchmal vielleicht auch unsicher, bist aufgeregt oder nervös. Es ist trotzdem nicht gut, sich unsichtbar zu machen. Überwinde Dich und zeige Initiative. Du wirst sehen, das kommt gut an.

Mit folgenden Tipps kannst Du von Anfang an schwer Eindruck bei Deinen Ausbildern hinterlassen:

  • Im Falle Deines Abschlusszeugnisses ist es angesagt, dass Du eine Kopie ohne Nachfrage an Deinen zukünftigen Arbeitgeber schickst, sobald Du es erhalten hast.
  • Wenn Du vorhast, vor dem Ausbildungsstart für längere Zeit an einen Ort zu fahren, an dem Du nicht erreichbar bist, sag kurz bei Deinem Ausbilder bescheid.
  • Falls Du eine schriftliche Einladung für den Ausbildungsbeginn erhältst, bedanke Dich umgehend. Dies gilt in Zukunft für alle Termine, die Du bekommst. Eine kurze Mail (Vielen Dank. Ich freue mich.) reicht aus und macht einen blendenden Eindruck.
  • Dass Du Deine Termine immer notierst, sollte  zur Selbstverständlichkeit werden. Möglicherweise wirst Du nicht in jeder Einsatzabteilung Dein Handy nutzen dürfen. Kauf Dir also am besten einen Terminkalender. Merke: „Die paar Termine merke ich mir auch so“ hat noch nie geklappt.
  • Dass Du Deine Termine immer bestätigst, sollte Dir ebenso zur Selbstverständlichkeit werden. Es gibt wenig Nervigeres für einen Ausbilder, als ständig in der Ungewissheit zu leben, ob Einladungen registriert wurden.
  • ohneNetzSollestt Du vier Wochen vor Ausbildungsbeginn noch nicht wissen, wann und wo Du am ersten Arbeitstag erwartet wirst, ruf an und frag nach.
  • Unternehmen gestalten den Ausbildungsbeginn ganz unterschiedlich. In einigen Betrieben geht´s sofort an den Arbeitsplatz. In anderen gibt es zunächst eine Einführungsveranstaltung mit Unternehmenspräsentationen oder sogar ein Seminar zum Warmwerden und Kennenlernen der Ausbilder und Azubis. Egal, was bei Dir stattfindet: Verlass Dich darauf, dass Dein Ausbilder sich die richtigen Gedanken gemacht hat und freu Dich auf alles, was da kommt. Vergiss nie: Das Unternehmen hat Dich ausgewählt. Genau Dich. Man will Dich nicht verbiegen. Man will Dich kennenlernen. Gehe angemessen offen und vertrauensvoll in diese Situation.
  • Nimm für den 1. Tag einen Block mit und einen Stift. In den ersten Tagen werden sehr, sehr viele neue Informationen auf Dich einprasseln. Der beliebteste Anfängerfehler: die Menge zu unterschätzen. Spätestens nach der 3. Präsentation oder dem 2. Lehrgespräch wirst Du nicht mehr in der Lage sein, alles zu behalten. Es ist unabdingbar, dass Du Dir alles aufschreibst.
  • Mach Dir das Mitschreiben zur Gewohnheit. Schreibe alles mit. Auch das, was Du Dir Deiner Meinung nach so merken kannst. Natürlich nicht Wort für Wort. Nur so, dass die groben Zusammenhänge nachvollziehbar sind. Zwar wird Dir immer wieder der Satz begegnen, dass Du jederzeit nachfragen kannst. Aber das heißt nicht, dass Du jederzeit nachfragen kannst. Es heißt vielmehr, dass Du jederzeit die Dinge nachfragen darfst, die Du nicht wissen kannst. Mach Dir den Unterschied klar.  Zeit ist für die meisten Arbeitnehmer ein knappes Gut. Geh sorgsam mit der Zeit Deiner Ausbilder um. Sie werden Dir dankbar sein, wenn sie nicht alles x-mal wiederholen müssen.
  • Es gibt nur einen ersten Eindruck. Du machst Dir das Leben sehr viel leichter, wenn Du am ersten Tag einen freundlichen Eindruck machst. Absolute Grundvoraussetzungen sind auch Pünktlichkeit, Höflichkeit, Interesse und angemessene Kleidung. Überlege Dir schon vorab, was Du anziehen möchtest. Dann wasche und bügle Dein Outfit zwei Tage vorher. So gerätst Du nicht in Stress. Falls Du das irgendwie spießig findest, überlege mal, was los wäre, wenn Dein Ausbilder an Deinem 1. Tag zu spät kommt, schmutzige Klamotten anhat, Dich nicht grüßt und sich nicht um Dich kümmert.
  • Was Du in den ersten Tagen Deiner Ausbildung erlebst, ist ein Ausnahmezustand. Es mag sein, dass für die neuen Azubis ein Feuerwerk von Anerkennung, Spaß und Insider-Informationen abgefackelt wird. Vielleicht duzen sich alle und zeigen sich als freundliche, große Familie. Dennoch geht es in einem Unternehmen immer in erster Linie um ein gutes Arbeitsergebnis. Vergiss nie, dass Du dort bist um zu arbeiten.
  • Vielleicht ist es aber auch anders herum. Du fühlst Dich nicht wohl, niemand hat so richtig Zeit für Dich. Wirf nicht die Flinte ins Korn! Warte ab. Das ist sicherlich nicht böse gemeint und wird sich in 999 von 1000 Fällen ändern. Falls nicht, warte trotzdem. Es dauert „nur“ ein paar Wochen, bis Du Dich sicher genug fühlen wirst, Fragen zu stellen oder Deinem Ausbilder zu sagen, was Dir fehlt. Das hältst Du durch. Tschakka.

 

Kommentar schreiben

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar zu schreiben.