Unterstützen Sie Ihre Ausbildungsbeauftragten

Wenn sich die Arbeit vervielfacht, aber weder Geld noch Zeit zum Ausgleich geboten werden… wenn Führungskraft und Kollegen den Mehraufwand im besten Fall als Liebhaberei abtun und im schlimmsten Fall ignorieren… wenn die Person, für die man das alles auf sich nimmt, sich höchst undankbar zeigt, ja einem manchmal sogar schlaflose Nächte bereitet… dann ist man Ausbildungsbeauftragter geworden.

Es ist schon erstaunlich, wie viele Menschen sich diesen Zusatz-Job antun. Und das auch noch gern.

Als hauptamtlicher Ausbilder wissen Sie natürlich, dass für Ihre Ausbildungsbeauftragte eigentlich mehr Geld/Zeit/Anerkennung zur Verfügung stehen müssten. Doch Sie wissen vermutlich ebenso gut, dass Sie sich auf den Kopf stellen können: Sie werden es nicht erzwingen. In 99,9% aller Unternehmen erledigen die Mitarbeiter in den Fachabteilungen die Ausbildung „on top“. Angesichts superdünner Personaldecken wird sich daran wohl erst einmal auch nichts ändern.

Besser also man konzentriert sich auf die Möglichkeiten. Was können Sie als Ausbilder tun, um Ihre Ausbildungsbeauftragten zu motivieren? Da gibt´s nämlich durchaus ein paar Stellschrauben, an denen Sie drehen können.

 

1. Motivationsfaktor Information

Je mehr und je besser Ihre Ausbildungsbeauftragten informiert sind, desto stärker werden Sie sich als Teil der Ausbildungsmannschaft fühlen. Das beginnt mit einer konkreten Zielsetzung für neue Ausbildungsbeauftragte. Informieren Sie Ihre Kollegen: Wie lautet das Credo Ihrer Ausbildung? Wie steht es um die strategische, langfristige Planung? Wie sind die Kriterien des Beurteilungswesen zu verstehen? Welche Inhalte des Ausbildungsrahmenplanes sollen vermitteln werden?

Blume auf AsphaltDer Ausbildungsrahmenplan bzw interne Ausbildungsplan ist übrigens ein schöner Grund, sich einmal im Jahr mit jedem Ausbildungsbeauftragten zu treffen. Gucken Sie gemeinsam auf den Ausbildungsplan: Können noch alle Inhalte vermittelt werden? Oder sogar weitere integriert werden? Wo braucht Ihr Ausbildungsbeauftragter Unterstützung? Passt die zeitliche Planung noch? Auf diese Art bleiben Ausbildungs- und Einsatzpläne immer aktuell. Wenn es Ihre Zeit nicht zulässt, mit jedem Ausbildungsbeauftragten einen Termin zu machen, verbringen Sie einfach die Mittagspause miteinander. (Vielleicht gibt Ihre Führungskraft ja sogar ein Budget frei, damit Sie zum Lunch einladen können?).

Lassen Sie die Ausbildungsbeauftragten an den Erfolgen Ihrer Azubis teilhaben. Hier reicht es schriftlich. Geben Sie zum Beispiel halbjährlich einen Newsletter heraus: Wer hat gerade die Prüfung bestanden? Wer wird wo übernommen? Auf wie viele neue Azubis darf man sich freuen? Denken Sie daran: Die Erfolge Ihrer Azubis sind auch die Erfolge Ihrer Ausbildungsbeauftragten.

Dankbar sind Ausbildungsbeauftragte auch für Vernetzung. Initiieren Sie Austauschrunden. Aller Erfahrung nach reicht es, wenn Sie sich ein bis zwei Mal pro Jahr treffen. Besonders spannend wird es, wenn Sie die Austauschrunden unter ein bestimmtes Thema stellen. Beispielsweise Beurteilungen oder Prüfungsvorbereitung.

 

2. Motivationsfaktor Integration

Laden Sie die Azubis zu den Austauschrunden ein. Etwa zu einer Diskussionsrunde. Wenn es um ein bestimmtes Thema geht, lassen Sie die Azubis Ihre Sicht der Dinge präsentieren (z.B.: Wie wir die Beurteilungen in den Abteilungen erleben).

Regen Sie bei den Azubis an, sich ausdrücklich bei den Ausbildungsbeauftragten zu bedanken. Vielleicht mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken inkl. selbstgebackenem Kuchen. Sie werden sehen: Ihre Azubis finden den Vorschlag gut. Sie kommen in der Regel nur nicht von selber drauf.kraft

Laden Sie die Ausbildungsbeauftragten zum Mitmachen ein. Zum Beispiel als Beobachter beim Auswahlverfahren. Fragen Sie vor allem die Ausbildungsbeauftragten aus den „wichtigsten“ Abteilungen mit den längsten Einsätzen, ob sie Lust dazu haben. Es hat nämlich einen tollen Effekt: Wer einen Azubi selbst ausgesucht hat, wird später umso lieber mit ihm arbeiten.

Auch die Einführungsveranstaltung ist für Ausbildungsbeauftragte interessant. Hier profitieren beide Seiten größtmöglich, wenn Sie die Kollegen der Abteilungen einladen, in denen die Azubis starten. Überlegen Sie sich Eisbrecher-Übungen, bei denen Ausbildungsbeauftragte und Azubis in guten Kontakt kommen.

Es gibt viele Highlights bei denen Ausbildungsbeauftragte mitmachen können: Prüfungsvorbereitung, Weihnachtsfeiern, Sommerfeste, Abschlussfeste, größere Projekte…  Je mehr gemeinsame Situationen Sie schaffen, desto besser.

 

3. Motivationsfaktor Qualifikation

Es ist erklärtes Ausbildungsziel aller Ausbildungsordnungen, die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen bei unseren Azubis zu entwickeln. Das geht leichter, wenn auch das Ausbildungspersonal sich weiterentwickelt. Es wäre doch sehr witzig, wenn wir von den Azubis etwas verlangten, das wir selbst nicht mitbrächten (und lebten).

Und sowieso: Ausbilden ist Führungsarbeit. Das kann man nicht einfach so. Es braucht neben Spaß an der Sache auch eine ganze Menge Handwerkszeug.

Einiges davon können Sie in internen Seminaren selbst vermitteln. Anderes wird effektiver (also auch ökonomischer) mit einem Profi laufen. Ein interner Trainer kennt sich gut mit den Stolpersteinen im Unternehmen aus. Für einen externen Trainer spricht der Blick über den Tellerrand.Blumen

Je nach Zielsetzung finden Sie die unterschiedlichsten branchenübergreifenden Veranstaltungen bei zuständigen Stellen oder Bildungsträgern. Branchenspezifische Seminare werden oft von Verbänden angeboten.

Sollte Ihr Budget für dieses Jahr schon ausgereizt sein: Schicken Sie Ihre Kollege doch einfach hier vorbei. Unter dem Menüpunkt „Ausbildungsbeauftragte“ finden ihre Kollegen praxisnahe Tipps, Übungen und Checkliste für ihren Arbeitsalltag.

 

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