Weihnachtspost

In Bhutan, das habe ich neulich im Radio gehört, kennt man sich richtig gut mit Glück aus. Größtmögliches Glück ist erklärtes Staatsziel und es gibt sogar ein Glücksministerium. Große Bedeutung kommt in dem kleinen Königreich Ritualen zu. Rituale machen glücklich. Sie entschleunigen den Alltag, helfen gegen Stress und Frustration. Sagte in dem Radiobericht jedenfalls ein Mitarbeiter des Glücksministeriums.

Andererseits hört man ja auch oft von Leuten, die sich durch Rituale unter Druck gesetzt fühlen.

Ein gutes Beispiel: Weihnachtsgrüße. Für den einen ist die Erledigung der Weihnachtspost eine lästige Pflicht. Für die andere ein großes Vergnügen. Wie ist das bei Ihnen? Welcher Weihnachtspost-Typ sind Sie?

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Typ Old-School

Old-School ist englisch in jeder Beziehung. In England wird nämlich großen Wert auf die Weihnachtspost gelegt. Jährlich werden über eine Billionen Weihnachtskarten verschickt. Wer keinen Kamin hat, knüpft sie an langen Schnüren im Zimmer auf. Das hat  – very britsh – Stil.

Natürlich nicht, wenn es sich um vorgedruckte Firmenkarten handelt, bei denen maximal die Unterschrift per Hand geschrieben wird. Nein, wenn beim Empfänger wirklich etwas rüberkommen soll, dann muss man sorgfältig das richtige Motiv auswählen und um die passenden Worte ringen. Das geht nicht „mal so eben husch-husch“. Das braucht Zeit.

Der Old-School Typ plant diese Zeit bewusst ein. Ein Bummel durch die Buchhandlungen und Papierwarengeschäfte gehört genauso dazu wie eine stille Stunde, in der die Karten geschrieben werden. So wird die Weihnachtspost zu einen Moment der Reflexion oder – weihnachtlicher – einem Augenblick der Besinnung.

Und wenn die Weihnachtswünsche in den privaten Briefkasten des Azubis flattern, dann weiß er: Mein Ausbilder hat sich Zeit für mich genommen. Toll!

 

Typ New-Classic

Kein Weihnachten seit der Jahrtausendwende ohne eine Vielzahl von elfyourself-Videos. Ich finde sie alle – und jedes Jahr wieder – zum Piepen. Je konservativer der Ausbilder, je distanzierter sein Führungsstil, desto größer kommt er im Elfen-Look heraus. Und eins steht ja ohnehin fest: Auszubildende schätzen Ausbilder, die über sich lachen können.

 

GrinchTyp Grinch

Kennen Sie den Grinch? Der Grinch hasst Weihnachten und will die Freude auch jedem anderen vermiesen.

Keinen Deut schert sich der Grinch darum, dass es schlicht zum guten Ton gehört, seinen Mitarbeitern frohe Weihnachten zu wünschen. Obwohl er zu anderen Anlässen gern darauf hinweist, die Jugend habe keine Werte mehr.

(Nicht, dass ich denke, es gäbe einen Grinch unter Ausbildern. Aber sollte Ihre eigene Führungskraft ein Grinch sein, schenken Sie ihr oder ihm doch die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens. Vielleicht hilft´s ja.)

 

Typ „an alle“

Ja, gut, eine e-Mail „an alle“  spart Zeit. Formlos ein paar Phrasen hingeworfen ist sie jedoch keine gute Idee. In diesem Fall lasse man das Ganze lieber. Es wirkt nicht besonders wertschätzend sondern wie eine Pflichtübung.

Die Weihnachtsmail an alle Azubis kann aber auch großartig werden. Zum Beispiel wenn Sie das Jahr differenziert Revue passieren lassen.

  • Welche tollen Projekte können Sie hervorheben?
  • Wer hat seine Prüfung bestanden?
  • Worüber haben Sie sich besonders gefreut, besonders gelacht?
  • Wer hat sie besonders beeindruckt, überrascht?
  • Was waren die Higlights des Jahres?

Azubis freuen sich, wenn Sie gelobt werden – und wenn das auch noch „alle“  mitbekommen, geht es runter wie Öl (darum sollten Sie in der Weihnachtsmail an alle auch niemanden vergessen).

 

Typ „Ich hab´s mal wieder nicht geschafft“

Das Jahr hat Fahrt aufgenommen. Die letzten Wochen fliegen nur so vorbei. Und weil Weihnachtspost zwar wichtig aber nicht dringend ist, kann die aufgeschoben, aufgeschoben, aufgeschoben werden – bis es dann mal wieder zu spät ist.

Für Ausbilder, die echt unter Druck stehen, bieten viele E-Card-Anbieter eine tolle Funktion: Karten schreiben, wenn man noch Zeit hat und Versende-Datum eintragen. Den Rest macht der E-Card-Anbieter, z.B Hallmark. 

Oder Sie schwenken gleich um auf Neujahrswünsche. Die müssen auch nicht so punktgenau landen. 41SLBfhpqJL

 

 

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