Wie stehen Sie zu Konflikten?

Auf einen einheitlichen Konfliktbegriff hat sich die Wissenschaft bisher nicht einigen können. Vielleicht geht das auch gar nicht, weil Konflikte ganz individuell empfunden werden. Das liegt daran, dass aus der Verschiedenheit der Menschen unterschiedliche Bedürfnisse entspringen. Machen Sie doch einfach mal kurz folgenden Test:

Schreiben Sie spontan alle Synonyme auf, die Ihnen beim Wort Konflikt einfallen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fertig? Oder wollten Sie erst einmal weiterlesen? Besser wäre, wenn Sie sich jetzt einen Schmierzettel und einen Stift schnappen. Also: Schreiben Sie spontan alle Synonyme für den Begriff Konflikt auf.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich warte noch mal ein bisschen.

 

 

Anforderungen an Ausbilder

 

 

 

 

 

Weiter gehts: Schauen Sie sich Ihre Liste an. Welche gefundenen Synonyme sind positiv belegt? Markieren Sie sie mit einem Plus. Welche Begriffe empfinden Sie eher als negativ? Markieren Sie sie mit einem Minus.

regenbogen

Auswertung: 

Überwiegend Pluszeichen deuten darauf hin, dass das Wort Konflikt für Sie keinen Schrecken beinhaltet. Das ist prima. Sie können sich auf die Schulter klopfen und brauchen im Prinzip gar nicht weiter zu lesen. (Es sei denn, Sie neigen dazu, andere zu dominieren oder zu verschrecken. Aber das ist ein anderes Thema.)

Viele Minuszeichen weisen darauf hin, dass Sie eher Schwierigkeiten mit Konflikten haben. Das hat aber noch überhaupt nichts damit zu tun, ob Sie konfliktfähig sind. Im Gegenteil: Gerade Menschen, die Konflikte schwer nehmen, sind häufig besonders sensibel in der Konfliktlösung.

Trotzdem: Für Ihren eigenen Seelenfrieden sollten Sie an Ihrer inneren Einstellung schrauben. Das geht nicht von heute auf morgen. Man bekommt es nur dadurch hin, dass man Konflikte angeht, austrägt und sich immer wieder selbst reflektiert.

Für den Anfang ist es hilfreich, aktuelle Konflikte nach dem positiven Kern zu untersuchen. Die nachfolgende Liste kann Sie dabei unterstützen. Gehe Sie die Liste Punkt für Punkt durch und fragen Sie sich:

  • Trifft das auf meinen aktuellen Konflikt zu?
  • Ist da was dran oder drin für mich?

 

 

44Halten Sie alle positiven Punkte schriftlich fest. So haben Sie etwas in der Hand, wenn es im Konfliktverlauf anstrengend wird.

10 Gründe für Sie, warum Sie Konflikte schätzen sollten

  1. Konflikte machen problembewusst: Sie erfahren, wo die Brennpunkte liegen und was Sie selbst tun können, um sie zu entschärfen.
  2. Konflikte erzeugen den notwendigen Druck, Probleme aktiv anzugehen: Ohne diesen Druck fehlt häufig die Kraft und Entschiedenheit, brisante Themen anzupacken.
  3. Konflikte vertiefen zwischenmenschliche Beziehungen: Die Parteien lernen sich besser kennen und wissen, was ihnen wechselseitig wichtig ist. Sie kennen ihre verletzlichen Stellen, finden heraus, wie sie auch unter Druck konstruktiv zusammenarbeiten können.
  4. Konflikte festigen den Zusammenhalt: Die in der täglichen Zusammenarbeit unvermeidlichen Reibereien verlieren Ihren Schrecken, werden ent-dramatisiert und versachlicht.
  5. Konflikte machen das Leben ineressanter: Sie durchbrechen die Routine des Alltags, machen Beziehungen lebendiger, Gespräche lebhafter und spannender.
  6. Konflikte geben den Anstoß, Fähigkeiten und Kenntnisse zu vertiefen: Die zunächst schwer verständlichen Ansichten der anderen Seite machen neugierig, der Sache oder dem Thema auf den Grund zu gehen und neue Einsichten zu gewinnen.
  7. Konflikte helfen uns, auch die eigene Persönlichkeit besser verstehen zu lernen: Im Konflikt erfahren wir, was uns ärgert, verletzt, zu schaffen macht, was uns wichtig ist und wie wir reagieren, wenn wir mit anderen konkurrieren oder sie uns behindern.
  8. Konflikte führen zu besseren Entscheidungen: Meinungsverschiedenheiten und Kontroversen zwingen dazu, eine Entscheidung sorgfältig zu durchdenken, widersprüchliche Alternativen durchzuspielen und sich erst dann für die Lösung zu entscheiden.
  9. Konflikte fördern die eigenen Kompetenzen: Um einen Konflikt zu bewältigen, muss ich meine egozentrische Sichtweise überwinden und mich in die andere Seite hineinversetzen. Das stiftet ein höheres Maß an Bewusstheit und moralischer Verantwortung.
  10. Konflikte könen Spaß machen. Jeder Konflikt bietet Herausforderung und Nervenkitzel – wenn Sie nichts überdramatisieren und zu ernst nehmen.

 

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