Wie stehts um Ihre Visibility?

Kennen Sie foraus.de, die Seite des Bundesinstituts für Berufsbildung? In dem Forum für AusbilderInnen finden Sie eine interessante Studie zur Situation der AusbilderInnen in Betrieben. Hier las ich u.a. von der Visibility (Sichtbarkeit) der Ausbilder. Bzw von ihrer Unsichtbarkeit.

Der Studie zufolge wird nämlich die Hälfte der betrieblichen Ausbilder innerbetrieblich wenig wahrgenommen. Nicht, dass mir das ganz neu wäre.  Aber es in einer Studie belegt zu finden, macht mich doch nachdenklich. Für Annette Ostendorf von der Universität Insbruck sind Ausbilder gar „hidden protagonists“, also versteckt.

Es ist doch ulkig: Beinahe alle Betriebe schreiben sich das Thema Berufsausbildung auf die Fahnen. Nach außen wird auch eine Menge für die Darstellung der Ausbildung getan. Man muss sich nur mal auf Azubi-Messen oder im Internet umgucken. Da wird geklappert, was das Zeug hält. Gleichzeitig findet das Ausbildungspersonal – in der Innen- wie auch Außendarstellung – keinerlei Erwähnung.

Eine mindestens ärgerliche Schieflage, wie ich finde. Zum Beispiel weil den Ausbildern damit die verdiente Anerkennung verwehrt wird. Aber auch weil den Azubis eine wichtige Bühne fehlt, wenn der Bereich Berufsausbildung innerbetrieblich nicht gesehen wird. Und schließlich ist es natürlich auch Sinn und Zweck des Ausbildungsbereichs hervorragenden Nachwuchs zu entwickeln und zur Verfügung zu stellen. Superschade, wenn das auch nur einem einzigen Mitarbeiter im Unternehmen entgeht!

Aber Sie können ja was daran drehen. Sie können auf sich und die Azubis aufmerksam machen. Dabei dürfen Sie sich ruhig abheben von allgemeinen Unternehmensdarstellungen. Damit meine ich natürlich nicht, dass Sie sich vollkommen konträr zum Unternehmenscredo zeigen sollen. Aber einen eigenen (Jugend)-Stil dürfen Sie entwickeln. Punkten Sie mit Ihrer Individualität.

    • Wenn Sie im Intranet, in Mitarbeiterzeitschriften, in Fachpublikationen Texte veröffentlichen, dann schreiben Sie doch einfach einmal so, wie Ihnen der Schnabel gewachsen ist. Das liest sich viel flüssiger, als die Worthülsen, mit denen wir ihm Personalbereich oft um uns werfen.
    • Vermeiden Sie es, die Azubis als brave Mini-Erwachsene darzustellen. Präsentieren Sie sie lieber als die Farbtupfer, die sie (zum Glück) sind. Trauen Sie sich, bunt zu sein.
    • Alle Azubis sind in der Selbstdarstellung teamfähig, motiviert und flexibel. Schnarch! Es ist für Ihre Kollegen viel spannender vom Praxisschock der neuen Azubis zu hören, von Schwierigkeiten und Herausforderungen.
    • Nutzen Sie Betriebsversammlungen, um den Mitarbeitern von Ihren Erfolgen zu berichten. Besonders gut kommt es bei den Kollegen an, wenn Azubis selbst erzählen, wie sie die Ausbildung erleben. Das kann auch gern Kritik beinhalten. Auch  kontroverse Fragestellungen sind spannend, z.B.: kann man ohne Facebook leben?
    • Überhaupt: die Medienkompetenz der Azubis sollten Sie nutzen. Wie wäre es mit einem  witzigen Kurzfilm im Intranet? Viele Azubis können so etwas aus dem Handgelenk schütteln.
    • In jeder Azubi-Gruppe steckt ein großes, kreatives Potential. Bieten Sie das Azubi-Team für besondere Projekte an. Beispielsweise die Organisation der Weihnachtsfeier oder des Sommerfestes.
    • Noch größere Strahlkraft besitzen soziale Projekte. Wenn z.B. Azubis und Ausbildungsbeauftragte gemeinsam ein neues Klettergerüst für den benachbarten Kindergarten bauen, ist Ihnen gute Presse genauso sicher wie eine fabelhafte Stimmung.
    • Manchmal halten Ausbilder Ihr Wissen für „nichts besonderes“. Das ist aber ganz und gar nicht der Fall. Als Ausbilder kennt man sich mit vielen Themen gut aus, die hochspannend für Kollegen sind. Zum Beispiel Beurteilungen oder Feedback oder Zielfindung. Teilen Sie Ihr Wissen. Bieten Sie für Ausbildungsbeauftragte und andere Kollegen Infoveranstaltungen zu bestimmten Schwerpunkten an.
    • Es gibt eine Fülle von Wettbewerben und ausgelobten Preisen für ausbildende Betriebe. Bemühen Sie sich um Bildungspreise. Eine gute Übersicht finden Sie im bereits erwähnten Internetauftritt des BiBB.
    • Profitieren Sie von der Kreativität Ihrer Azubis. Sammeln Sie im nächsten Azubi-Meeting Ideen für weitere PR-Maßnahmen in eigener Sache.

 

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